Ein Dell Laptop startete plötzlich nicht mehr. Statt des gewohnten Anmeldebildschirms erschien nur noch die Meldung „No Boot Device Found“.
Für den Kunden war die Situation kritisch. Auf dem internen Laufwerk befanden sich wichtige Geschäftsdokumente, persönliche Dateien und Familienfotos. Eine aktuelle Datensicherung existierte nicht.
Da der Laptop die SSD nicht mehr erkannte, entschied sich der Kunde gegen weitere eigene Reparaturversuche und suchte nach einem professionellen Datenrettungsunternehmen. Nach seiner Online-Recherche sandte er die SSD an das Labor von PITS Datenrettung.
Die Diagnose
Nach Eingang des Datenträgers prüften unsere Ingenieure zunächst, ob die SSD noch kontrolliert angesprochen werden konnte.
Die Untersuchung zeigte, dass ein Fehler im Bereich des SSD-Controllers die Kommunikation zwischen dem Laufwerk und dem Laptop verhinderte. Die gespeicherten Daten waren dadurch für das System nicht mehr erreichbar, obwohl noch lesbare Speicherbereiche vorhanden waren.
Bei einem solchen Fehler helfen gewöhnliche Wiederherstellungsprogramme nicht weiter. Sie setzen voraus, dass der Computer den Datenträger stabil erkennt. Genau das war in diesem Fall nicht mehr gegeben.
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Kontrollierter Zugriff auf die SSD
Bevor mit der eigentlichen Datenrettung begonnen werden konnte, musste die SSD stabilisiert werden. Ziel war es, die vorhandenen Speicherbereiche möglichst schonend auszulesen, ohne den Zustand des Datenträgers durch unnötige Zugriffe weiter zu verschlechtern.
Anschließend erstellten unsere Ingenieure mit professioneller Datenrettungstechnik ein sektorweises Abbild der SSD. Dabei wurden die noch lesbaren Bereiche auf ein separates Arbeitsmedium übertragen.
Die weitere Analyse erfolgte nicht mehr auf dem Original, sondern auf dieser Kopie. Dadurch blieb die Belastung der beschädigten SSD auf das notwendige Minimum beschränkt.
Rekonstruktion der Dateien
Auf Grundlage des erstellten Abbilds wurden die vorhandenen Datenstrukturen analysiert und rekonstruiert.
Trotz des Controllerfehlers konnten die wichtigsten Ordner und Dateien wiederhergestellt werden. Insgesamt umfasste das Ergebnis 428 GB Daten. Die erreichte Wiederherstellungsquote lag bei 99,6 Prozent.
Besonders wichtig für den Kunden waren die geschäftlichen Unterlagen, die persönlichen Dokumente und die gespeicherten Familienfotos.
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Prüfung durch den Kunden
Vor der endgültigen Übergabe erhielt der Kunde Zugang zu unserer sicheren Remote-Dateiverifizierung.
Dort konnte er die wiederhergestellten Ordner einsehen und prüfen, ob die für ihn relevanten Dateien vorhanden waren. Die kritischen Daten wurden erfolgreich bestätigt.
Erst nach dieser Prüfung wurden die wiederhergestellten Dateien auf einen neuen Datenträger übertragen und sicher an den Kunden versendet.
Warum zeigte der Laptop „No Boot Device Found“?
Die Meldung bedeutet zunächst nur, dass der Laptop kein startfähiges Laufwerk findet.
Die Ursache kann im Betriebssystem, in der Boot-Struktur, in der Verbindung zum Datenträger oder direkt in der SSD liegen. In diesem Fall war der Controller der SSD betroffen. Dadurch konnte der Laptop das Laufwerk nicht mehr korrekt ansprechen.
Die Meldung allein lässt daher nicht erkennen, ob lediglich ein Startproblem oder ein schwerwiegender Defekt vorliegt. Entscheidend ist, den Datenträger zu prüfen, bevor Änderungen am System vorgenommen werden.
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Was Kunden in dieser Situation vermeiden sollten
Wenn sich wichtige und nicht gesicherte Daten auf dem Laptop befinden, sollten keine Maßnahmen durchgeführt werden, die auf die SSD schreiben oder ihren Zustand zusätzlich belasten.
Dazu gehören insbesondere:
- eine Neuinstallation von Windows
- die Initialisierung oder Formatierung der SSD
- Änderungen an Partitionen
- wiederholte Startversuche
- Firmware-Updates ohne Diagnose
- der Einsatz gewöhnlicher Datenrettungssoftware bei nicht erkannter SSD
Solche Maßnahmen können vorhandene Datenstrukturen verändern oder eine spätere Wiederherstellung erschweren.
Fazit
Der Fehler trat ohne Vorwarnung auf und machte den gesamten Inhalt der SSD für den Dell Laptop unzugänglich.
Durch die technische Diagnose, die Stabilisierung des Datenträgers und das kontrollierte Auslesen konnte der Kunde seine wichtigen Dateien zurückerhalten. Entscheidend war, dass keine weiteren Reparaturversuche vorgenommen wurden, bevor die SSD professionell untersucht wurde.
Bei der Meldung „No Boot Device Found“ sollte der Fokus deshalb nicht auf einem schnellen Neustart des Systems liegen, sondern auf dem Schutz der noch vorhandenen Daten.
Häufig gestellte Fragen
Können Daten nach „No Boot Device Found“ noch gerettet werden?
Ja, eine Wiederherstellung kann weiterhin möglich sein. Die Erfolgsaussichten hängen davon ab, warum das Laufwerk nicht erkannt wird und in welchem Zustand sich die SSD befindet.
Bedeutet die Meldung automatisch einen Totalschaden?
Nein. Neben einem Defekt der SSD kommen auch beschädigte Boot-Daten, fehlerhafte Verbindungen oder falsche Systemeinstellungen infrage. Eine technische Diagnose grenzt die Ursache ein.
Kann Datenrettungssoftware verwendet werden?
Nur wenn die SSD stabil erkannt wird. Bei Controller-, Firmware- oder Elektronikfehlern kann gewöhnliche Software nicht zuverlässig auf den Datenträger zugreifen.
Sollte die SSD weiter getestet werden?
Bei wichtigen Daten ist davon abzuraten. Wiederholte Zugriffsversuche können einen instabilen Datenträger weiter belasten und noch lesbare Bereiche unzugänglich machen.